Die Rosa-Jochmann-Plakette wird an verdiente Antifaschist:innen innerhalb und außerhalb der Sozialdemokratie
vom Bund Sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen, Opfer des Faschismus und aktiver AntifaschistInnen verliehen.
Sie erinnert an die langjährige Vorsitzende der Freiheitskämpfer:innen, die österreichische Widerstandskämpferin Rosa Jochmann (1901–1994). Sie war in der Zwischenkriegszeit sehr stark in der Gewerkschafts- und Frauenbewegung der Sozialdemokratie verankert. Nach dem von der Diktaturregierung Dollfuß verfügten Parteiverbot vertrat sie den alten Parteivorstand im Führungskomitee der (illegalen) Nachfolgeorganisation Revolutionäre Sozialisten Österreichs (RS). Im August 1934 wurde sie verhaftet und zu einem Jahr Kerker und drei Monaten Polizeistrafe verurteilt.
Obwohl man ihr die Möglichkeit zur Flucht bot, blieb Rosa Jochmann in Wien, wo sie unmittelbar vor Kriegsausbruch verhaftet und nach monatelanger Gestapo-Haft im März 1940 in „Schutzhaft“ und dem Vermerk „Rückkehr unerwünscht“ ins KZ Ravensbrück deportiert wurde.
1945 kehrte sie nach Wien zurück und nahm sofort ihre politischen Tätigkeiten in der SPÖ wieder auf. Von Dezember 1945 bis Mai 1967 war sie für die SPÖ Abgeordnete zum Nationalrat. 1959 wurde sie SPÖ-Frauenvorsitzende.
1967 legte Rosa Jochmann mit einer Ausnahme ihre politischen Ämter nieder: nur ihre Funktion als Vorsitzende des Bundes sozialistischer behielt sie bei.
Zeitlebens war sie Warnerin vor Rechtsextremismus und Antisemitismus. Sie hielt zahllose Vorträge und vermittelte als Zeitzeugin ihre Erfahrungen und ihre Gesinnung in Schul- und Kongressbesuchen im In- und Ausland.
Die Auszeichnung wurde 2014 gestiftet und 2015 erstmals verliehen.
Tiroler Träger:innen der Rosa-Jochmann-Plakette
Univ. Doz. Mag. Dr. Horst Schreiber, 2019
a. Univ. Prof.in Dr.in Erika Thurner, 2020
Dr. Matthias Lauer, 2020
Mag.a Dr.in Gisela Hormayr, 2022